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Neuigkeiten aus dem Geigenbauatelier J. P. Schade

Außergewöhnliche Bögen zu Besuch im Atelier

Letzten Sommer hatten wir zwei seltene Bögen in unserem Atelier. 
Es handelte sich einmal um einen Violinbogen von Étienne Pajeot (1791 – 1849) , einem französischem Bogenmacher, der schon mit zehn Jahren bei seinem Vater lernte und schon mit 13 Jahren erste berufliche Fußstapfen in der elterlichen Werkstatt hinterlässt.

"Ohne Zweifel zählt Pajeot zu den Bogenmachern, welche in dieser Zeit die schönsten Arbeiten zustande gebracht haben. Er hinterlässt eine sehr große Anzahl Bögen von bemerkenswerter Qualität, welche Musiker ihrer spieltechnischen Fähigkeiten wegen begehren, während die Sammler sie für ihre besondere Schönheit lieben.“[1]
Der zweite Bogen wurde gebaut von Francois Peccatte (1821 - 1855), er lernte bei den ersten Bogenherstellern (von Paris). Sein Stil wurde stark inspiriert von seinem berühmten Bruder Dominique. 
„Seine Arbeiten sind hochinteressant, sowohl wegen des wuchtigen und harmonischen Stils, typisch für diese Familie, als auch wegen der zahlreichen Bögen von sehr guter Qualität.“[2]

 [1] Grand Livre „L’Archet“, Die Französischen Bogenmacher 1750 – 1950, TII S. 20

[2] Grand Livre „L’Archet“, Die Französischen Bogenmacher 1750 – 1950, TII S. 256

Tatkräftige Unterstützung im Atelier

Für zwei Wochen absolvierte Maria Pietschmann in unserem Atelier ein Schülerpraktikum.
In der Werkstatt konnte Sie uns tatkräftig unterstützen. Es wurden Instrumente besaitet und gesäubert, Wirbel neu eingeschliffen und Lack retuschiert.
Die größte Freude bereitete ihr das Einspielen der besonderen Geigen, denn Sie selbst spielt seit ihrem 4. Lebensjahr schon Violine und auch ein wenig Klavier.
Geigenunterricht nimmt sie derzeit bei Frau Starke und gelegentlich bei Professor Winter. Mit ihrem Duopartner Friedemann Herfurth (Cello) gewann Sie bereits eine Auszeichnung beim Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Nachwuchspreis.
Während der zwei Wochen waren zauberhafte Melodien zu hören. Marias Lieblingskomponisten sind Peter Tschaikowsky, Felix Mendelssohn Bartholdy und Johannes Brahms.
Wir danken Maria für ihre Hilfe und wünschen Ihr bei dem Ziel, eine gute Geigerin zu werden weiterhin viel Erfolg.

Einweisung in die Geigentheorie
Einspielen der Geigen
Geigenprobe

Celli – Zwillinge von Willi Lindörfer im Atelier zu Besuch

Eine Art der „Familienzusammenführung“ konnten wir in unserem Atelier erleben.

Willi Lindörfer (geb. 1904) – ein deutscher Geigenbaumeister, der sich schon als 15-Jähriger seine eigene, gut klingende Geige selbst anfertigte. Später baute er Kopien nach alten Meistern. Er hatte ein ausgeprägtes Gespür für feine Hölzer. Zwei Celli, die sich fast wie Zwillinge ähneln, hatten wir zur gleichen Zeit in unserer Werkstatt. Auch diese beiden wurden aus ganz besonderen Hölzern gebaut.

  • Cello I 1954, Weimar – Decke stammt aus dem Fußbodenholz von Goethes Gartenhaus in Weimar.
  • Cello II 1954, Weimar – Decke von Balken und Brettern des abgebrannten Stuttgarter Stadtschlosses.


Die Böden, Zargen und die Schnecken bestehen aus Pappelholz von einem Weimarer Straßenrand. Lindörfer Instrumente haben einen Weltruf und werden in Nord- und Südamerika, England, Schweiz, Dänemark, Schweden, Norwegen, Ungarn, Japan und Russland gespielt. Berühmte Musiker wie David Oistrach, Michael Waimann, Professor Ludwig Hoelscher, Professor Gaspar Cassado, Egon Morbitzer und Professor Raderschatt spielten schon auf seinen Instrumenten.

250-jährige Testore-Kindergeige aufgetaucht

 

 

 

Wir verfügen über eine Kindergeige von Paolo Antonio Testore, Bauzeit etwa 1750 in Mailand. Diese ist in sensationell gutem Erhaltungszustand. Alle wesentlichen Teile sogar der Hals und der Lack sind natürlich original und zusammengehörend. Eine erwähnenswerte Besonderheit ist, dass diese einen handgeschmiedeten Eisennagel im Oberklotz besitzt. 
Dieses Instrument ist bei Interesse auch käuflich zu erwerben.

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